Eindrücke

Heute feiern wir Gottesdienst am Ewigkeitssonntag. Und dann auch noch im Lockdown – ohneeinander.

Wir denken dennoch aneinander. Und wir denken an unsere Lieben, die im letzten Jahr verstorben sind. Wir denken an sie, nicht ohne Traurigkeit. Wir denken an all die Erinnerungen, die uns auch über den Tod hinaus mit unseren lieben Verstorbenen verbinden werden. Wir gedenken still. Und wir lesen biblische Texte, die, von Generation zu Generation weiter getragen, von der Hoffnung sprechen.

Also ja, doch, lasst uns gemeinsam da sein, den Ewigkeitssonntag begehen; wir feiern ihn ernst und würdig, im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Psalm 126

Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsre Zunge voll Rühmens sein.

Dann wird man sagen unter den Heiden:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
des sind wir fröhlich:

Herr, bringe zurück unsre Gefangenen,
wie du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen
und streuen ihren Samen
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben.

Gebet

Guter Gott, wir danken dir heute an diesem Sonntag für die Verkündigung des Evangeliums in aller Welt.
Wir denken an alle, die sich heute als deine Gemeinde an dich wenden.
Wir denken an alle, die heute arbeiten müssen und ihren Dienst tun.
Hoffen gemeinsam für die, die heute Erholung und Freude suchen, dass sie sie finden werden.

Heute stehen wir hier vor dir.
In der Sorge um die Zukunft,
in der Angst vor Krankheit und Tod,
in der Trauer um die, die gestorben sind,
vergessen wir dich, Gott, so schnell.

Enttäuscht sind wir und verzweifelt und sehen keinen Ausweg,
wir stehen da, wie vor einer verschlossenen Tür.
Gib uns Mut zum Rufen nach dir,
vergib uns unsere Schuld und erbarme dich. Amen.

Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!
Und Gott wird abwischen alle Tränen
von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid,
noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen. (Offb. 21, 3. 4.)

Ewiger Gott, unsere Zeit liegt in deiner Hand.
Du hast uns die Zeit zum Leben geschenkt.
Du bist der Anfang, du bist das Ende.
Hilf uns, jeden Tag sein eigenes Recht zu geben.
Lass uns das Schöne und das Schwere bewusst durchleben.
Unsere Zeit hat ihre Grenzen, aber bei dir ist die Ewigkeit. Erhalte uns in dieser Zuversicht.

Amen.

Glaubensbekenntnis

 

Gebet zum Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr

Ewiger Gott,
du hast in Christus eine neue Schöpfung begonnen,
in der Liebe und Gerechtigkeit wohnen auf ewig.
Wir warten mit Freude und Hoffnung, dass sie vollendet werde,
und beten mit Zuversicht: dein Reich komme.

Heute ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Nächste Woche beginnt ein neues, mit dem 1. Advent.
Wir evangelische Christinnen und Christen nennen den heutigen Sonntag „Ewigkeitssonntag“.

Unser Blick geht entschieden nach vorn, auf die neue Schöpfung,
auf die Vollendung der Welt, auf die Auferstehung von den Toten.
Doch noch sind wir nicht Teil der neuen Welt.

Im Hier und Jetzt quält uns der Schmerz des Abschieds,
setzt uns die Trauer über den Verlust lieber Menschen und treuer Lebensbegleiter schwer zu.
Wohin mit unseren Klagen, Ängsten, Fragen?

Jeder und jede Einzelne von uns soll wissen: ich bin nicht allein.

Und so erinnern wir uns heute in Gemeinschaft an die Menschen, die wir in diesem Jahr verloren haben.

Entzünden Sie für Ihren Angehörigen eine Kerze in unserer Kirche.

Du kamst, du gingst mit leiser Spur,
ein flücht’ger Gast im Erdenland; woher?
Wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand in Gottes Hand.

Gedicht Ludwig Uhland

Gott, du hast alles wohl gemacht.
Vergiss uns nicht, wenn du die deinen zählst.
Geleite uns sicher auf unserem Weg durchs Leben, auf unserem Weg hin zu dir.

Amen.

 

Fürbittengebet

Mein Herr und mein Gott,
wenn einmal mein Leben aufhören wird,
möchte ich sagen können,
dass es gut war.

Wenn ich am Ende meiner Tage
nicht mehr fähig sein werde zu reden,
will ich schweigen können in der Gewissheit,
dass ich mehr hilfreiche Worte gesprochen habe
als solche, die verletzten.

Bitte hilf mir tragen,
was unfertig und unvollkommen ist.

Amen.

 

Vater unser

 

Segen

Der Segen des Herrn begleite euch:

Der Herr segne dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig, der Herr hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden.

Amen.

Einen gesegneten Sonntag Ihnen allen wünscht

Pfr.in Petra Grünfelder