Eindrücke

Bibeltexte aus: Luther-Bibel 2017, abzurufen unter www.die-bibel.de.

Beginn: Kerze anzünden

Jesus sagt:
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ –
Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten.
Aber im Beisein des Einen.
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Lasst uns beten:

Gott.
Wir sind da. Und Du auch.
Wir sind verbunden.
Mit Dir.
Mit anderen, die beten.
Wir sind hier mit allem, was uns gerade bewegt.
Lass uns zur Ruhe kommen.

Stille

Höre unser Gebet.
Amen.

Psalm 69

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
Ich versinke in tiefem Schlamm,
wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.
Ich habe mich müde geschrien,
mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.
Denn um deinetwillen trage ich Schmach,
mein Angesicht ist voller Schande.
Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

und unbekannt den Kindern meiner Mutter;
denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,
und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine.
Sie geben mir Galle zu essen
und Essig zu trinken für meinen Durst.
Ich aber bin elend und voller Schmerzen.
Gott, deine Hilfe schütze mich!

Lied: Wie soll ich dich empfangen

Evangelisches Gesangbuch 11

T: Paul Gerhardt (1653); M: Johann Crüger (1633)
Vocalconsort Leipzig 2007

Aus dem Evangelium nach Markus 14,3-9

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

Gedanken zum Text

Es gibt Momente, in denen ist nichts, wie es scheint. Ein fröhliches Gesicht versteckt tiefe Trauer, wer Härte zeigt, kann auch barmherzig sein und hinter einer scheinbar so düsteren Zukunft verbirgt sich eine neue Chance.

Die düstere Zukunft. Wir hören sie schon aus dem Text. „So war das damals.“
Plötzlich hat alles eine Bedeutung.

Besonders diese Salbung.
Sie hätte nicht sein sollen. Damals haben alle geschimpft: Verschwendung.
Und dann wird sie so wichtig.

Jesus wird in den Mund gelegt: er habe schon gewusst, dass dieses Einsalben seine Leichensalbung sein würde.
Als ob er es schon geahnt hätte, was da auf ihn zukommt.
Solche Ahnungen finde ich rückblickend auch gerade an allen möglichen Orten.

Messias, Christus. Das heißt übersetzt „Gesalbter“.
Hier wird Jesus gesalbt. Mit kostbarem Nardenöl.
Nur als Gesalbter hat der Mensch Jesus diese Bedeutung Messias.
Herrscher wurden gesalbt. Priester und Propheten.

Jesus wird zum Herrscher, zum Priester und Propheten.

Politisch korrekt ist er nicht immer. Mal heilt er alle und ist für alle da. Sklaven und Freie, Juden und Heiden, Frauen und Männer, arbeitende Fischer und Bettler mit Behinderung, sogar für Tote.

Mal lässt er es sich gut gehen, mit Festen in großer Gesellschaft. Mit dem verschwenderischen Auftragen von Salböl.

Diese Salbung. Im Haus von Simon, dem Aussätzigen. Da findet sie statt.
Ausgerechnet im Haus eines Isolierten, vor dem die Menschen Angst haben, dass er sie ansteckt!

Der Christus kommt zu allen. Besonders zu denen, die in Isolation sind.
Sie geben dem Jesus erst den Raum zu zeigen, dass er der Christus ist.

Gebet

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.

Fürbitten

Gott, wie unzählige andere Menschen wenden wir uns an dich. Wir bringen Dir, was uns bewegt. Das Schöne und das Schwere.

Stille

Wir denken an alle, die wir gerade nicht sehen können.

Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten einsam sind. An alle Isolierten. Kranken. Kinder. Alte.

Stille

Wir denken an alle, deren Kräfte gerade überschritten werden. Durch Verzweiflung. Durch mehr Arbeit. Durch Fürsorgepflichten.

Stille

Wir denken an alle, die helfen. Sich und ihre Kraft und ihre Gaben füreinander einsetzen.

Stille

Gott, wir alle sind deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden, atmen die Luft deiner Schöpfung.

Wir beten zu Dir das gemeinsame Gebet der Christenheit:

Vater Unser

Vater Unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.
Amen.

Segen

(Alle öffnen die Hände. Alle oder eine einzelne Person sagt:)

Gott, segne uns und behüte uns.
Lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Erhebe dein Angesicht auf uns und schenke uns deinen Frieden.

Lied: Wir gehen hinauf nach Jerusalem

Lieder und Psalmen für den Gottesdienst. Ergänzungsheft zum Evangelischen Gesangbuch 3, Text ist auch hier abzurufen.

Musik: alte nordische Volksweise (Arrebos Psalter 1627); Text: Karl-Ludwig Voss 1970 (nach dem schwedischen Original von Paul Nilsson 1906), © Strube Verlag München

Kerze ausblasen

Noch eine Weile ruhig bleiben und nachklingen lassen.