Eindrücke

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,24)

Trinitarisches Votum, Gruß  

Der Herr sei mit euch!

Eingangslied: EG 98, 1 – 3   Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt

Psalm 84 (NGÜ)

1Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen, auf der Gittit.

2 Wie schön sind doch deine Wohnungen, allmächtiger HERR!

3 Ich sehne mich von ganzem Herzen,

ja, ich verzehre mich vor Verlangen

nach den Vorhöfen ´am Heiligtum` des HERRN.

Mit Leib und Seele juble ich dem lebendigen Gott zu.

4 Selbst der Spatz hat ein Zuhause gefunden,

die Schwalbe ein Nest für sich,

wo sie ihre Jungen versteckt hat –

nämlich bei deinen Altären,

du allmächtiger HERR, mein König und mein Gott.

5 Glücklich zu nennen sind alle,

die in deinem Haus wohnen dürfen,

sie werden dich für immer preisen. /​/

6 Glücklich zu nennen ist, wer seine Stärke in dir gefunden hat,

alle die, deren Herz erfüllt ist von dem Wunsch,

zu deinem Heiligtum zu pilgern.

7 Durchqueren sie das Tal der Dürre,

so wird es durch sie zu einem Ort mit Quellen,

und auch der Herbstregen

schenkt dem Tal wieder Fruchtbarkeit.

8 Sie empfangen auf Schritt und Tritt neue Kraft,

bis sie dann vor Gott auf dem Berg Zion stehen.

9 HERR, du allmächtiger Gott, höre mein Gebet,

schenk mir ein offenes Ohr,

du Gott der Nachkommen Jakobs! /​/

10 Achte doch auf unseren König, der uns Schutz bietet, o Gott,

ja, blicke wohlwollend auf den, der von dir gesalbt wurde!

11 Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als tausend andere sonst.

Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes

als dort zu wohnen, wo die Gottlosigkeit herrscht!

12 Denn Gott, der HERR, ist unsere Sonne,

er beschützt uns wie ein Schild.

Gnade schenkt der HERR, und er lässt uns zu Ehren kommen.

Denen, die aufrichtig ihren Weg gehen,

enthält er nichts Gutes vor.

13 Allmächtiger HERR,

glücklich zu nennen ist der Mensch, der auf dich vertraut!

Kyriegebet

Lebendiger Gott, wir kommen in deinem Namen zusammen, bei dir findet unsere Seele Ruhe von den Mühen des Alltags, den rastlosen Beschäftigungen und unserem Fragen nach Sinn und Zweck. Du schenkst uns Raum und Zeit gefüllt mit Stille, Musik und mit deiner Gegenwart. Du bist Mensch geworden das Weizenkorn, das für uns gestorben ist. Aus deinem Tod leben wir. Lass uns in deinem Wort Halt finden für unseren Lebensweg und Trost für uns und unsere Mitmenschen. Hilf uns, Frucht zu bringen. Herr, erbarme dich unser.

Gnadenspruch

Gott, der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. Allmächtiger Herr, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt.
statt Gloria –   Gott, ohne dich wir hätten keinen, der uns hier trägt und hält. Wir aber sind die Deinen vom Anbeginn der Welt. Du bist der große Treue im Leben und im Tod. Wir bergen uns aufs Neue in dir, du unser Gott! (Arno Pötzsch)

Tagesgebet

Lebendiger Gott, du Quelle der Freude, du gibst dem Leben Zukunft und führst uns auf unserem Weg. Dafür danken wir dir und bitten dich: Öffne uns Augen und Ohren für deine Verheißungen durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Epistellesung: 2.Korinther 1, 3 – 7 (NGÜ)

TROST UND ERMUTIGUNG AUCH IN GRÖSSTEN SCHWIERIGKEITEN

3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Denn er ist ein Vater, der sich erbarmt, und ein Gott, der auf jede erdenkliche Weise tröstet und ermutigt.

4 In allen unseren Nöten kommt er uns mit Trost und Ermutigung zu Hilfe, und deshalb können wir dann auch anderen Mut machen, die sich ebenfalls in irgendeiner Not befinden: Wir geben ihnen den Trost und die Ermutigung weiter, die wir selbst von Gott bekommen.

5 Genauso nämlich, wie wir in ganz besonderem Maß an den Leiden von Christus teil­haben, erleben wir durch Christus auch Trost und Ermutigung in ganz besonderem Maß.

6 Wenn wir also Nöte durchmachen, geschieht das, damit ihr die mutmachende und rettende Kraft Gottes erlebt. Und wenn wir getröstet und ermutigt werden, bedeutet das auch für euch Trost und Ermutigung; es hilft euch, standhaft die gleichen Leiden zu ertragen wie wir.

7 Deshalb sind wir voll Hoffnung und Zuversicht, wenn wir an euch denken, denn wir wissen: Genauso, wie ihr an den Nöten teilhabt, habt ihr auch an dem Trost und der Ermutigung teil.

Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege, Amen.

Glaubensbekenntnis von Jörg Zink und Rainer Röhricht (1969)

Wir glauben an Gott.
Wir sind nicht allein.
Wir sind geborgen.
Wir sind frei.
Wir glauben an den göttlichen Geist,
den Geist der Freiheit,
der uns verbindet zu der einen umfassenden Kirche.
Wir glauben an Jesus Christus,
der Gott zeigt und vertritt,
der das Reich des Friedens verkündete und aus Liebe zu uns starb.
Wir glauben, dass Jesus lebt.
Er befreit uns von Schuld,
von Angst und Tod.
Er hilft uns leben.
Wir glauben an den Gott,
der die Welt schafft und erhält,
der will, dass wir mit ihm wirken,
der Welt und den Menschen zugute.
Wir glauben an den lebendigen Gott,
der die Welt vollendet und erneuert,
der auch uns bewahrt und neu schafft zu unvergänglichem Leben.
Amen.

Wochenlied: EG 396, 1 + 6, Jesu, meine Freude

Predigt zu Johannes 12, 20-24 mit kurzem Orgelstück

Liebe Gemeinde!

Gut drei Wochen Passionszeit liegen hinter uns, drei Wochen noch vor uns, der Sonntag Lätare wird auch „kleines Ostern“ genannt – mitten in der Fastenzeit. Lätare ist der lateinische Anfang von Jesaja 66, 10 „Freut euch mit Jerusalem …“ und weiter „Freut euch mit mir, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid!“ Sie, das ist Jerusalem. „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem“, haben wir am Anfang der Passionszeit gehört, jetzt ist Jesus angekommen – umjubelt von der Menge. Und dann wird er gekreuzigt, der Jubel schlägt um in Hass, Gewalt und Leiden und Leid und tiefste Verzweiflung. Doch nicht lange. Freut euch, mit und über Jesus, den Auferstandenen, die ihr traurig gewesen seid, heißt es nach drei Tagen für die Jünger und Jüngerinnen. Für uns kann es heißen: Freut euch durch Jesus, in allem, was euch traurig macht. Vergessen wir nie, was nach der Passionszeit kommt.

Unsere heutige Lesung aus dem 2. Korintherbrief schlägt in dieselbe Kerbe. Es ist eine Stelle, die ich immer wieder bei Totenwachen bringe. Lasst euch trösten von Gott – und tröstet einander mit dem Trost, den allein der Gott allen Trostes schenken kann. Trost heißt herauskommen aus dem dunklen Loch von Kummer, Schmerz, Leid, Hoffnungslosigkeit. Alleine gelingt es uns nicht, und doch geschieht es immer wieder, Gott sei Dank. – „In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ“, singen wir, zumindest im Herzen. Können wir das wirklich?

Psalm 84 kann uns dabei helfen, ich habe ihn vorgelesen. Eigentlich gehört das Psalmlied gesungen, so steht es ausdrücklich in Vers 1: Für die musikalische Aufführung. Ein besonderer Psalm für mich: Mein Konfirmationsspruch ist daraus, Vers 12: „Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, ...“ Der Psalm schließt mit „Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt.“ Der Herr Zebaoth hat mir immer Schwierigkeiten bereitet, der Herr der Heerscharen, wie mir übersetzt wurde. An einen Kriegsgott kann ich nicht glauben. Doch das ist bloß eine Übersetzungsmöglichkeit, habe ich erfahren. Ich will nicht zu ausführlich darauf eingehen, nur zwei weitere Bedeutungen hervorheben: Herrscher über die Gewalten und Allmacht, Allmächtiger. So übersetzt die BigS die Verse 12 und 13: „Ja, Sonne und Schild ist Adonaj (steht für JHWH), Gott. Adonaj gibt Anmut und Würde, verweigert nicht denen das Gute, die in Aufrichtigkeit leben. Adonaj, du herrschst über die Gewalten. Wohl den Menschen, die auf dich vertrauen.“ Gottvertrauen – Grund und Quelle für Freude und Trost.

Das alles sind Signalwörter, Anlässe, ein kleines Ostern zu feiern. Und unser Wochenspruch? Er ist der abschließende Vers unseres heutigen Predigttextes, den ich nun endlich verlesen werde; der Evangelist Johannes schreibt (Kap. 12, 20 – 24):

20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollen Jesus sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und Philippus sagen's Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Gnädiger Gott, komm mit deinem heiligen Geist zum rechten Reden, Hören und Verstehen. Amen.

Liebe Gemeinde, die Einleitung ist merkwürdig. Griechen möchten Jesus sehen. Johannes dachte wahrscheinlich an griechisch sprechende Menschen aus den Weiten des Römischen Reiches damals. Sie waren Juden geworden und nach Jerusalem gekommen, als Pilger, um hier das Passahfest zu feiern, jüdische Tradition seit Generationen. Und sie haben den Jubel über Jesu Ankunft in Jerusalem mitbekommen. Und sie wollen sich selbst ein Bild machen, wer dieser Jesus ist. Ein jüdischer Rabbi, der die Weisungen Gottes noch einmal ganz neu auslegt? Ein Mensch, der heilt und Tote auferweckt? Der Frieden will und Zwietracht sät? Der Wasser zu Wein macht und fünftausend Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen sättigt? Der über Wasser geht und die Händler aus dem Tempel wirft? Jesus – was ist das für einer? Ein Mensch? Ein Gott? Sie können es sich nicht erklären.

Wir wollen Jesus sehen. Eigentlich, sollte man meinen, ganz einfach: Jesus sehen. Hier jedoch nicht so. Da geht Philippus zu Andreas, beide Jünger mit griechischem Namen. Andreas bedeutet: mannhaft, tapfer. Zusammen gehen sie dann zu Jesus hin. Als bräuchte es mehr als eine Person oder wäre mehr notwendig als Entschlossenheit oder Mut, um den Wunsch zu äußern. Um Jesus selbst zu sehen.

Warum diese Einleitung? Die Entstehungsgeschichte des Johannes-Evangeliums ist da interessant für mich: Der Evangelist Johannes dürfte aus einer judenchristlichen Tradition stammen und für eine heiden-christliche Gemeinde in Kleinasien oder Syrien schreiben, die mit ihrer ursprünglich judenchristlichen Tradition gebrochen hat und sich deutlich, polemisch und distanziert, vom Judentum absetzt (Joh 8,37-45), das seinerseits eine Grenzziehung zu den Christen vollzieht (9,22; 12,42; 16.2).

Für diese Gemeinde werden die beiden miteinander verwobenen Fragen: „Wer ist dieser Jesus?“ und: „Warum musste Jesus sterben?“ aufgrund der unterschiedlichen Herkunftstraditionen besonders konfliktträchtig sein. Johannes schrieb sein Evangelium in den ersten Jahren ab 100 nach Christus.

Was antwortet Jesus? Vordergründig nichts über sich selbst. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Bezogen auf den heutigen Themenkomplex bedeutet das, Trost und Freude aus dem Tod zu finden. Ist das möglich? Dahinter steht die Frage: Wie stehen wir zu Sterben und Tod? Ist es das Ende, das Aufhören zu sein? Oder ist es ein Übergang? Nach dem Tod – gibt es da noch was?

Eine Geschichte dazu: Zwei Mönche malten sich gegenseitig immer in den glänzendsten Farben aus, wie es nach dem Tod sein würde und vereinbarten, der erste, der sterben würde, sollte dem anderen dann sagen, wie es sei. So geschah es auch, und der Lebende fragte, auf Latein: Taliter? Ist es so (wie wir es uns vorgestellt haben)? Kopfschütteln. – Aliter? Anders? Kopfschütteln und die Antwort: Totaliter aliter. Vollkommen anders.

Wir können es uns nicht vorstellen, aber Glaube – Hoffnung – Liebe helfen, weiter zu sehen und zu denken.

Sterben und Tod – bleiben wir beim Karfreitag stehen?

Musik

Liebe Gemeinde! Was antwortete Jesus? Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. Das sagt er, bevor er verraten, gefangen genommen, gefoltert, verurteilt, gekreuzigt wird, geschmäht und qualvoll stirbt. Verherrlicht? So kann das nur der Menschensohn sehen, die Mensch gewordene Gottheit. – Doch, ein Gedicht fällt mir ein, in einer katholischen Morgenfeier auf BR1 gehört, geschrieben von Katharina Staritz, einer evangelischen Theologin, im KZ:

Wir tragen alle das gleiche Kleid – wir tragen alle das gleiche Leid –

doch wie wir einer den andern tragen, ob wir fluchen oder verzagen,

auf anderer Sünden mit Händen zeigen; oder uns Gottes Gerichten beugen;

uns tiefer und tiefer sinken lassen, oder Gottes barmherzige Hände fassen,

macht, dass wir in unseren Leidenstagen | Ketten oder ein Krönlein tragen.

Jesus trug die Dornen als Krone!

Wer ist dieser Jesus, fragen die Griechen, ein besonderer Rabbi, ein Wundertäter, ein Prophet? Wer war unser Jesus, das entzweite Judenchristen und Heidenchristen: der Messias oder der Sohn Gottes? Es ist die falsche Fragestellung. Ich bin das Weizenkorn, das erstirbt, sagt Jesus. Das scheinbar vergeht – und doch nicht zu Nichts wird, sondern zu etwas Neuem, Größerem, Besserem; einem Pflänzchen, einem Halm, der viele neue Körner trägt: Menschen zu Gotteskindern macht.

Oder wieder anders, vollkommen anders. Auch darauf will ich noch eingehen. Später.

Zum Weizenkorn, das vergeht und doch nicht umkommt, werden auch wir – auf so vielfältige Weise. Vom Kind zu Frau/Mann zu Greisen – durchleben wir so viele Metamorphosen. Im Aussehen. In unseren Möglichkeiten, Aktivitäten, Ansichten, Einsichten. Wir verändern uns – ständig. Nicht jede Ehe hält das z. B. aus, es hängt auch davon ab, ob wir uns miteinander ändern oder nebeneinander bzw. gar gegeneinander.

Unser Leben – ein stetes Loslassen und Neuwerden, in der Meditation bewusst gemacht beim Ausatmen und beim Einatmen.

Hermann Hesse schreibt in seinem Gedicht „Stufen“ davon, „wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht, …“ und schließt: „Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde Uns neuen Räumen jung entgegensenden, Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden … Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

Loslassen – und Neuwerden, manchmal zum Besseren, manchmal zum Schlechteren. Nicht alles geht gut. Aber auch für unser Versagen, für unsere Schuld ist Jesus, das Weizenkorn, hinabgestiegen in das Reich des Todes – und auferstanden.

Vom Saulus zum Paulus können wir werden. Manche auch umgekehrt – und manche wieder zurück. Gott kann es schenken. Dass wir Frucht bringen – Trost weitergeben, Hoffnung, Vertrauen, Liebe. Ich will dich segnen, und du sollst zum Segen werden, sagte Gott. Wir dürfen es ganz persönlich nehmen.

Das Weizenkorn ist nicht im Tod versunken. Jesus ist auferstanden. Hat dem Tod die Macht genommen, bewirkt, dass des Lebens Ruf an uns niemals enden wird. Auch wir werden auferstehen – und das auch schon im Leben. Marie Luise Kaschnitz bringt das so zum Ausdruck:

Auferstehung – Manchmal stehen wir auf – Stehen wir zur Auferstehung auf –

Mitten am Tage – Mit unserem lebendigen Haar – Mit unserer atmenden Haut. –

Nur das Gewohnte ist um uns. – Keine Fata Morgana von Palmen –

Mit weidenden Löwen – Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken – Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus. –

Und dennoch leicht – Und dennoch unverwundbar –

Geordnet in geheimnisvolle Ordnung – Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

Psalm 84 klingt an – irgendwie. Und der Gott allen Trostes. Und das „Freut euch“.

Jesus ist das Weizenkorn, das als Korn vergeht – und neu wird, auch ganz anders: als Brot des Lebens. Ich bin das Brot des Lebens, sagt Jesus. Wer zu mir kommt, der wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, der wird nimmermehr dürsten. – Freut euch! Amen.

Schlussgebet:

Lebendiger Gott, wir sind oftmals so unruhig, sehnsüchtig; wir wollen Gewissheit – und tun uns schwer mit Deinen Worten.

Darum bitten wir Dich: Schenke uns Einsicht und Weite. Du bist das Weizenkorn, das stirbt und viel Frucht bringt.

Darum bitten wir: Lass uns das verstehen, zeige uns Orte und Zeiten, wo es an uns ist, uns fallen zu lassen, uns einzubringen und hinzugeben.

Wir haben immer mit Menschen zu tun, die fragen und suchen: Schenke uns Worte und Bilder und Gemeinschaft, die tragen und anderen auf ihrem Lebensweg helfen.

Unter uns leben Menschen, die einsam sind, hungrig, krank, arm oder schwer an ihrer Trauer tragen. Schenke uns offene Herzen, damit wir Wege entdecken, gemeinsam Not zu lindern. Dass wir uns einsetzen für Recht und Gerechtigkeit, mutig das Unrecht beim Namen nennen und ehrlich miteinander teilen.

Du bist für uns alle ans Kreuz gegangen und verherrlicht worden: Lass uns daher gemeinsam in Raum und Zeit leben – Dir entgegen.

M.L. King schrieb: Komme, was mag. Gott ist mächtig! Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt.

Stilles Gebet

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gibt uns heute
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen          

Schluss-Segen

Es segne dich der zärtliche Gott,
der deine Seele streichelt und die Hoffnung in dir wach küsst.

Es segne dich der fröhliche Gott,
der dir in jeder Lebenslage Freude schenkt
und dir auch im Leiden ein Krönlein tragen hilft.

Es segne dich der unendliche Gott,
der deinen Alltag mit allen Nebensächlichkeiten umschließt,
so dass du die Ewigkeit atmest.

Schlusslied: EG 398,1: In dir ist Freude