Eindrücke

Läuten, Anfangsmusik – Ulli Eitzinger

Begrüßung

Liebe Gemeinde,

heute begrüße ich Sie sehr herzlich zu unserem Pfingstgottesdienst. Es ist ein „Gottesdienst anders“, ein Familiengottesdienst. Heute dürfen Sie, wenn Sie platzgenommen haben, die Gesichtsmaske abnehmen. Das muss sich für Sie befreiend anfühlen.

Wir haben derzeit einen Glaubenskurs, in dem es um das Thema Freiheit und Verantwortung geht. Das passt sehr gut: gerade wenn wir Freiheiten bekommen, ist es wichtig, verantwortungsvoll damit umzugehen und sie nicht zu verwirken. Anders gesagt, wir gehen behutsam vor. Wir haben noch keine Regelung zum Abendmahl, sodass dies erstmal noch außen vor bleibt. Wir wissen, dass sich Menschen sehr schnell beim Gottesdienst mit dem Corona-Virus anstecken können, weil er gerne über die Atemluft „fliegt“, besonders beim Singen, beim Sprechen, wenn wir nicht genug Abstand einhalten. Deswegen singen wir weiterhin nur am Schluss ein Lied, das Sie dann aber sicherlich besonders gut hinausbegleitet. Wenn wir gemeinsam Gebete sprechen, bietet es sich an, zart zu sprechen. Bitte gehen Sie verantwortungsvoll mit der neuen Freiheit um.

Heute wäre unter normalen Umständen die Konfirmation. In diesem Jahr werde ich die KonfirmandInnen zuhause besuchen und ihnen ein kleines Geschenk überreichen. Auch Sie haben einen Teil davon heute mit erhalten: eine Wunderkerze. Zu Pfingsten feiern wir den Geburtstag der christlichen Kirche als globale Bewegung. Auch dafür steht die Kerze. Happy Birthday, Kirche!

Wir feiern im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit euch. Und mit deinem Geist.

Aus Psalm 118

meine stärle und mein lied in moll

ach bring doch hilfe

ach herr schenk doch gelingen

ach mach mich dankbar

Kyrie-und Tagesgebet

Lasst uns beten:

Es war ein kleiner Kreis von Jüngern und Jüngerinnen in Jerusalem.
Du, Gott, hast deinen Geist zu ihnen geschickt.
Sie kamen in Bewegung.
Sie haben ihre Angst verloren.
Sie haben gezeigt,
woher sie ihren Lebensmut bekommen haben.

Stille

Predigt – Joh. 17, 21 – 26 (Neue Genfer Übersetzung)

Liebe Gemeinde!

Christi Himmelfahrt feiern wir heute – was blitzt in euch beim Wort „Himmel“ auf?

Keltischer, dreieckiger Knoten mit Herz

Vor zehn Tagen wurde in der Evangelischen Morgenfeier auf BR1 ein Meditationswort zitiert: Klopf an den Himmel und horche auf den Klang. Da höre ich Wendungen wie das ist himmlisch; himmelhoch jauchzen – also fast abgehoben glücklich sein; oder jemanden anhimmeln, wir heben sie oder ihn auf ein Podest. Himmel, da denken wir an oben, da heben wir den Kopf. Das hat sein Gutes, wenn wir es nicht übertreiben. „Ihr Männer von Galiläa“, hörten wir, „warum steht ihr hier und starrt zum Himmel hinauf?“ Wir dürfen den Himmel auch auf Erden erleben. Klopf an den Himmel ... Hören wir da die Weite, das Unendliche? Himmel – das ist nicht nur der sichtbare Himmel, das Blau, die Wolken über uns. Das ist auch Ewigkeit, das Unsichtbare, Transzendente. Früher gab es im Deutschen die Unterscheidung: „der Himmel“ – „die Himmel“. („Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus Haydns Schöpfung singe ich gerade als Aufgabe vom Gesanglehrer, bis zum Verinnerlichen.)

Man kann sich wie im siebenten Himmel fühlen, und das ist unirdisch schön. Warum gerade der siebente? Vielleicht wegen der heiligen Zahl Sieben.

Klopf an die Himmel und horche auf den Klang – was tun wir da? und was hören wir? Beten fällt mir ein und Sören Kierkegard. Er hat gesagt: Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht bloß Schweigen ist, sondern Hören.

Um eine Art Gebet geht es auch heute in unserem Predigttext aus Joh. 17, 21 – 26:

Wir stehen mitten zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. In dieser Zeit als die ersten Christinnen und Christen sich gottverlassen fühlen mussten. Ihr Jesus, den sie so grausam verloren hatten, war auf wundervolle Weise wiederauferstanden. Das muss eine überraschende Freude gewesen sein! Und dann verließ er sie aber wieder. Rauf in den Himmel zu Gott, zu dem er so ein inniges Verhältnis hatte.

Diesem endgültigen Abschied von Jesus und seinen Jüngern widmet sich der heutige Gottesdienst. Es sind harte Tage für die Jünger. Sie müssen sich umstellen.
So wie wir dieser Tage auch.
Die Jünger haben aber eine Zusage von Jesus bekommen: ich muss weggehen, damit der Tröster kommt, der Geist der Wahrheit!
So ist zwar ein Abschied da – und Abschiede sind doch so gut wie immer schwer –, aber es ist auch eine Zusage da, an die sich die Jünger klammern können: es kommt noch viel besser, aber nur wenn ich gehe.

Heute feiern wir miteinander Sonntagsgottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der Herr Sei Mit Euch – Und Mit deinem Geist.

Sonnenuhr Kirche Timelkam

Aus Psalm 27

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und antworte mir!

  1. Gottesdienst nach der Corona-Sperre am 17. Mai 2020

Läuten, Anfangsmusik, Begrüßung

Schön, dass wir uns wieder „echt“ sehen! Manches ist anders als zuvor.

Ich bin mir sicher, Sie werden trotzdem reinkommen in den besinnlichen Gottesdienst und sich statt einer Virusinfektion oder Wundern über die komische neue Situation den einen oder anderen positiven Gedanken mitnehmen. Achten wir in aller Ruhe und Vernunft aufeinander. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Die Zeit, während der wir zum Schutz vor der Verbreitung des Corona-Virus keine Gottesdienste gefeiert haben, habe ich persönlich als sehr bestärkend erlebt. Was mir gefiel war, dass nun das Scheinwerferlicht mal nicht so stark auf den Sonntagsgottesdienst gerichtet war, sondern auf die vielen anderen Arten, wie wir Gemeinschaft miteinander und mit Gott pflegen.

Immer wieder habe ich die Verbundenheit mit Ihnen und euch gespürt. Wenn ich die Kurzgottesdienste per E-Mail ausgesendet habe. Und vor allem auch, wenn am Sonntag die Glocken geläutet haben. Und ich wusste: um 9:30 Uhr an Sonn- und Feiertagen haben wir uns im Presbyterium ausgemacht: da beten wir das Vater Unser. Und jeden Tag um 20:00 Uhr. In dieser Situation habe ich die Gemeinschaft im Gebet gespürt. Das hat mir sehr gut getan in dieser Situation, als alles plötzlich so anders und unsicher war. Vielleicht haben Sie auch die Gemeinschaft im Gebet gesucht und gespürt?

Heute schließt sich der Kreis um die Corona-Zeit, wo das Frömmigkeitsleben sehr stark von der persönlichen Frömmigkeit geprägt war und die Gemeinschaft zu anderen im Gebet zu erleben war, nicht im Gottesdienst. Es ist im Kirchenjahr der Sonntag „Rogate“. Es geht um’s Gebet.

Heute feiern wir miteinander Sonntagsgottesdienst im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der Herr Sei Mit Euch – Und Mit deinem Geist.

Tagesgebet

Lasst uns beten:

Manchmal verschließe ich mich vor den Menschen.
Manchmal verschließe ich mich vor dir, mein Gott.
Jetzt komme ich zu dir.

Zu dir Gott kommen wir:
in Mühsal und Freude,
voller Lob für dich.
Und auch mit unserer Klage.

Du Gott hörst unsere Gebete. Altarausschnitt Timelkam